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Wilhelmshorst Bote August 1932

In nordwestlicher Richtung, ca. 5 -6 km von Wilhelmshorst entfernt am Ufer des Templiner See's (Havel) befindet sich das über 200 Jahre alte Forsthaus Templin. Im Jahre 1700 gehörte es zum Domänenvorwerk Caputh und diente damals vorwiegend landwirtschaftlichen Zwecken. 1747 ging es in den Besitz des Fabrikanten Martini, Potsdam, über. Dieser hat es ebenfalls zu gewerblichen Zwecken verwandt und im Jahre 1796 an den damaligen französischen Gesandten in Berlin, Comte de Moustier, verkauft. Der Franzose hatte es aber nur 2 Jahre im Besitz und bereits, im Jahre 1798 verkaufte er es an den Potsdamer Kanonikus Arnold Dietrich Tamm. Tamm gab große Gesellschaften und erbaute das heutige Restaurationsgebäude, in dem dann die Festlichkeiten stattfanden. 1819 erwarb es der Onkel des Fürsten Otto von Bismarck, Generalleutnant Friedrich Adolf Ludwig von Bismarck, der hier eine Jagd unterhielt. Fürst Otto von Bismarck weilte als Gymnasiast oft bei dem Onkel zu Besuch und wohnte in einem der Zimmer des Hauptgebäudes. Im Jahre 1832 erwarb es der Kaufmann Reinhardt aus Nowawes, der es 10 Jahre später, also 1842, an den preußischen Staatsfiskus, Abt. Forst und Domänen, verkaufte. Seit dieser Zeit befindet es sich in den Händen des Staates.
Wenn man von Wilhelmshorst über den Kirchplatz die Kreis-Chaussee geradeaus geht, kommt man direkt auf die Chaussee Berlin - Leipzig, diese geht man rechts entlang bis an den nächsten Gestellweg durch den Wald links. Auf diesem kommt man nach ca. 20 min. direkt auf die Chaussee Potsdamm - Caputh, wo sich rechterhand das Forsthaus Templin befindet. Die riesigen Platanen, die diese Uferstraße einsäumen, sind über 100 Jahre alt. Das Hauptrestaurant Forsthaus Templin bietet mit seinem großen schattigen Naturgarten einen sehr angenehmen Aufenthalt, da die davor liegende Straße für den Kraftfahrverkehr mit Ausnahme der Kraftpost für den Durchgangsverkehr Potsdam - Caputh gesperrt ist.
Weiter unten auf der kleinen Halbinsel links von der Templiner Bucht befindet sich das Strandrestaurant, woselbst man ebenfalls unter schatten spenden alten Bäumen direkt am Ufer weilt. Es ist dies eins der wenigen Lokale unserer Umgebung, welches unmittelbar mit dem Badestrand verbunden ist, und wo man auch im Badeanzug ganz ungezwungen sitzen kann. Der wunderschöne Blick über den See mit den Türmen von Potsdam im Hintergrund und dem Tornow bezw. Herrmannswerder sowie dem gegenüber liegenden Luftschiffhafen und der Marineschule lohnt alleine, hierher zu gehen. Die Dampferanlegestelle der Stern-Gesellschaft und Motorbootfähre nach dem Luftschiffhafen befinden sich auch hier. Da der See immer mehr von der Halbinsel wegschwemmte, ist hier im Jahre 1928 vom Staat das große Bollwerk errichtet worden.
Wem der Fußweg hin und zurück zu anstrengend ist, kann entweder mit dem Postauto von Wilhelmshorst bis an den Fahrweg, der von der Leipziger Chaussee abgeht, fahren und den Rest des Weges (ca. 15 Min.) laufen oder bis Potsdam fahren und von dort das Postauto nach Caputh bezw. den Dampfer von der Langen -Brücke (Havelhof) benutzen. Mit dem Auto kann man den von der Leipziger - Chaussee am Kilometerstein 4,8 durch die Schonung führenden Weg benutzen, der für den Automobilverkehr extra verbreitert worden ist. Parkplatz befindet sich unterhalb des Hauptrestaurants.
Wer noch nicht hier war, der möge ruhig einmal diesen herrlichen Spaziergang machen, es lohnt sich wirklich; denn wer es kennt, geht immer wieder gern hier her. Für uns Wilhelmshorster ist am zweckmäßigsten, an den Wochentagen diesen kleinen Ausflug zu machen, da es an den Sonntagen speziell für diejenigen, die hier baden wollen wegen, der vielen Ausflügler aus Berlin und den zahlreichen Booten nicht so angenehm ist. Also auf nach dem „Forsthaus Templin“ und recht viel Vergnügen.
Friedmar Mittendorf.

Märkische Volksstimme 03.07.60

Warum in die Ferne schweifen...

... sieh das Gute liegt so nah / Urlaub am Templiner See

P o t s d a m (EB). Viel Sonnenschein, frische Luft, Wald und Wasser! So lautet wohl die Parole fast aller Urlauber. Nun, und die meisten von ihnen glauben, daß sie das nur im Harz, in Thüringen oder an der Ostsee finden. Doch warum eigentlich immer in die Ferne schweifen? Das Gute liegt so nah!

Ja, für die Potsdamer sogar sehr nahe. 15 Minuten mit der Straßenbahnlinie 1, und schon ist das herrlichste Urlaubsziel erreicht: der Templiner See. Er bietet denjenigen, die nicht verreisen, wirklich eine gute Entschädigung. Schnell ist man zu diesem schönen Flecken märkischer Heimat auch auf der neuen Betonstraße geradelt. Wer einen kleinen Spaziergang liebt, der hat in den umliegenden Wäldern reichlich Gelegenheit dazu. Doch wer sich lieber in der Sonne aalt, dessen Ziel ist wohl das Strandbad "Templiner Forsthaus", das man von Potsdam aus auch mit dem Dampfer erreicht. Wer nicht gern im weißen Seesand liegt, der genauso schön ist wie an der Ostsee, der mietet sich eben einen der über hundert Strandkörbe. Kostenpunkt: 1,50 DM. Nun, und ein Bad in den kühlen Fluten gibt genau den gleichen großen Appetit wie Ostseeluft und -wellen. Da die Hausfrau ja auch Ferien haben möchte, wird im Forsthaus Templin gespeist. Uebrigens ein Wort an diejenigen, die meinen, unbedingt auffallen zu müssen: Bikini und Dreiecksbadehose sind nicht gerade die richtige Aufmachung für eine Gaststätte, auch dann nicht, wenn es ein am See liegendes Gartenlokal ist.

Den Besuchern des Templiner Strandbades wird in diesem .Jahr jedoch noch ein besonderes Vergnügen geboten, das gleichzeitig die Muskeln stärkt: die bereits bei vielen bekannten und beliebten Wassertreter (siehe rechtes Bild).

Herrlicher Badestrand lädt auch in der Pirscheide gegenüber dem Forsthaus zum Tummeln ein. Dort gibt sich vorwiegend die Schuljugend ein Stelldidichein. Für einen Ruhe suchenden Urlauber sicher nicht ganz der geeignete Platz. Wem das alles noch nicht zusagt., der versucht es dann vielleicht mal im Strandbad Caputh. Auch dort warten weißer Sand, Strandkörbe und Rutschbahn auf die Wasserratten. Na dann viel Spaß und gute Erholung am heimatlichen Seegestade!    Inge

Märkische Volksstimme 15.01.60

Traum von Perlen am Havelstrand

Großmutter meinte immer: "Wenn de frierst, mach dir warme Gedanken, Junge!" Träumen wir also von Sommersonne und Strand (siehe Bild vom Templiner See bei Potsdam)!

propos Templiner See: Da sind wir schon mitten drin im Träumen. Dort werden wir uns auf dem goldenen Sand in Strandkörben (genau wie an der Ostsee) aalen. Gaststätte, Literatur- und Sportgeräteverleih, Umkleideräume alles da. Auf neuer Straße, mit der Straßenbahn, mit der Weißen Flotte oder ganz einfach zu Fuß wird dieses Potsdamer Erholungszentrum Tag für Tag zum Ziel einiger tausend Freude- und Erholungssuchender .




Wer am anderen Ende der Stadt wohnt, bitte sehr: Der Babelsberger Park (einst für Prinzen reserviert) ist Sport- und Kulturpark. Strand; Bootsverleih, Parkrestaurant, Liegewiese und viele andere Einrichtungen machen Ihn zum Anziehungspunkt für Sonnen- und Lufthungrige. Der Clou: Modernes Hallenbad. Da kann's ruhig auch mal kühl sein!Wie eine schöne Frau sich gern im Spiegel sieht, so wird sich in unserer Havel das neue Potsdam mit seinen Perlen spiegeln: Eine große Klubgaststätte am Havelufer mit Tanzsaal, Cafe und Weinstuben. Ein Hotel mit 200 Betten, ein neues Theater und ein neues Kino, eine Tanzgaststätte mit Terrasse, die neue Stadthalle und ganze neue Stadtviertel - ein schönes Bild!

Nur Traum? Nein - beschlossen von den Stadtverordneten im Januar 1960. Potsdam im Siebenjahrplan. Bei solcher Perspektive kann einem schon warm ums Herz werden - Großmutter hat recht!Wenn dir so richtig warm geworden ist, überleg' nicht lange, pack' an, wo du kannst! Du siehst, der Siebenjahrplan besteht nicht nur aus Produktionszahlen - wenn sich auch ohne sie kein Traum erfüllt. Aber denk' nach: Der Traum vom sonnigen Strand, das helle Spiegelbild in der Havel, die ganze Freude wird Wirklichkeit, weil wir für uns arbeiten. Niemand steckt sich den Ertrag deiner Arbeit in die Tasche, niemand kauft dafür amerikanische Raketen (wie Strauß in Bonn) und niemand mißgönnt dir diese Erholung. Siehe Siebenjahrplan.

Uebrigens: Wie lange wollen es sich die Westberliner noch gefallen lassen. daß sie durch eine Brand(t)- Politik von ihren natürlichen Erholungsplätzen ferngehalten werden? Wir haben Platz genug an der Havel - auch für sie, wenn Westberlin frei von Agentenzentralen und Faschisten wird. Dann wird es sein wie früher - nur viel schöner!              -ID –

BNN, 08.08.1958

Rettungsturm und Pavillon am Templiner See

Bald zu Fuß und per Rad über die Eisenbahnbrücke

Noch in diesem Jahr wird am Freibad Templin ein Wasserrettungsturm errichtet der an die Stelle des provisorischen Turmes treten wird. Unter dem brückenartigen Bau wird das Motorrettungsboot des DRK vor Anker gehen. Für die Versorgung der Badegäste sind zwei Kioske mit je sechs Schaltern vorgesehen. Ein zweiter Dampferanlegesteg wird zu beiden Seiten Anlegestege für Sportboote erhalten. In Kürze werden die Toilettenanlage und der Weg vom Strand zum Forsthaus fertig. Ein hübscher Uferpavillon auf der Landzunge wird im nächsten Jahr entstehen und Gelegenheit bieten, einen Imbiß einzunehmen. Für das nächste Jahr ist auch der Bau von Umkleideräumen geplant.

Auf eine Kapazität von 500 Plätzen soll die Zeltjugendherberge in der Pirschheide erweitert werden. Hier wird auch noch ein kleines Wirtschaftsgebäude errichtet. Bis zum Herbst wird die Toilettenanlage fertig sein. Für die beiden Anlagen Templin und Pirschheide sind aus Mitteln, die durch das Nationale Aufbauwerk eingespart wurden. 230 000 : DM bestimmt, wovon bisher 75 000 DM ausgegeben wurden.

Wie der Rat der Stadt zu Leseranfragen mitteilt, mußte das Zeltlager in der Pirschheide durch einen Zaun abgegrenzt werden, weil hier 120 Jugendliche an einem organisierten, durch ein festes Programm geregelten Ferienlager teilnehmen. Es ist daher notwendig, Störungen durch ständig wechselnde Tagesgäste fernzuhalten und den kleinen Badestrand den Lagerbenutzern vorzubehalten. Das Lager verlangt auch, daß die Habe seiner Bewohner gesichert ist. Innerhalb der Absperrung steht übrigens ein Raum zum Zelten der Oeffentlichkeit zur Verfügung. Wanderer, die nach Geltow wollen, können ohne Zeitverlust einen Umgehungsweg benutzen.

In etwa zehn Tagen werden die Treppen zur Eisenbahnbrücke gesichert sein, so daß dann der Weg am Fuße des Dammes frei ist. Dann kann auch das Fahrrad über Brücke und Damm geführt werden.



Der Morgen, 31.07.1958

230000 DM für Erholung und Entspannung

Große Aufgaben vor dem Potsdamer NAW / Templin verändert sein Gesicht

In etwa 14 Tagen wird die Bau-Union die beiden Treppen, die am Bahnhof Potsdam-Süd zur Eisenbahnbrücke hinaufführen, fertig gestellt haben. Da inzwischen auch der Fußweg über den Damm befestigt wurde, können die Besucher des Erholungs- und Ausflugsgebietes Templin ihr Ziel jetzt auf abgekürztem Wege erreichen.

Das Gesamtobjekt, das aus der Templiner Anlage und der Zeltjugendherberge in der Pirschheide besteht, ist eine Aufgabe des NAW. Auf einer Pressekonferenz beim Rat der Stadt berichtete der Leiter des NAW, Popplow, über die weitere Entwicklung dieses künftigen Erholungszentrums.

Auf der Pressekonferenz wurde auch die Absperrung der Zeltjugendherberge behandelt. Bei dieser Herberge handelt es sich um ein Zeltlager, in dem Gruppen Jugendlicher - zur Zeit wird es von Potsdamer Berufsschulklassen bewohnt - in regelmäßigen Durchgängen wertvolle Jugendarbeit leisten. Daß dabei jede Störung durch Besucher außerhalb dieses Kreises ferngehalten werden und außerdem für die Sicherheit des Lagers Sorge getragen werden muß, dürfte jedem klar sein. Daher wurde diese Anlage mit einem Zaun versehen und ein Umgehungsweg angelegt, da der alte Fußweg nach Geltow unterbrochen werden mußte.

Ueber Templin berichtete Popplow viel Neues. So wird noch in diesem Jahre an Stelle des jetzigen Wasserrettungsturmes ein neues Bauwerk entstehen. Es wird im Wasser errichtet, so daß unter seinen Pfosten Platz zum Anlegen des Motorrettungsbootes ist. Am Badestrand werden zwei Kioske mit je sechs Schaltern erbaut. Sie werden die Besucher nicht nur mit Erfrischungen, sondern auch mit sommerlichem Zubehör, wie Sonnenöl und -brillen, versorgen. Ein Fahrweg an ihrer Landseite gestattet das Anfahren der Versorgungsfahrzeuge ohne Störung der Badegäste.

Die Straße vom Bad zur Gaststätte Forsthaus Templin wird ebenso wie die Toilettenanlage in den nächsten Tagen fertig gestellt. Die Gaststätte erhält eine verbesserte Beleuchtungsanlage, auch auf den Terrassen, und eine Tanzfläche. Ein noch einzurichtender Bootsverleih wird den Besuchern Boote verschiedener Typen zur Verfügung stellen. Auf dem in den See vorspringenden Horn wird im nächsten Jahre eine Pavillon-Gaststätte erbaut.

Für das Gesamtobjekt werden 230 000 DM benötigt werden. Davon sind bereits 150 000 DM vorhanden; die aus Einsparungen bei Investbauten gewonnen wurden. 75 000 DM sind davon schon verbraucht. Den Rest aufzubringen, hat sich das NAW vorgenommen.

Noch in diesem Jahre geht es an den Bau eines zweiten Dampfersteges, der auch zum Anlegen für Sportboote verwendet werden soll; da die Bucht zwischen dem Horn und dem Bahndamm den Besuchern mit Booten vorbehalten ist. Im Zeltlager an der Pirschheide wird die Toilettenanlage bis zum Herbst fertig gestellt sein. Außerdem ist hier noch der 'Bau eines kleinen Wirtschaftsgebäudes vorgesehen. Die Kapazität dieser Anlage soll auf 500 Personen erweitert werden. Der innerhalb des Lagers befindliche Campingplatz kann ohne weiteres auch von Fremden zu diesem Zweck benutzt werden.     –nn-

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